Naturschutz oder Energiewende? Wir schauen bei der Agri-PV-Anlage am Studentenwald genau hin
Unser Kreisverband schaltet sich in die Debatte um die geplante Agri-PV-Anlage am Studentenwald ein und stellt klar: Der jüngste Stadtratsbeschluss ist keine Bauzusage, sondern der Startschuss für eine transparente Prüfung. In enger Abstimmung mit der Stadtratsfraktion betonen wir, dass Klimaschutz und Naherholung im Bayreuther Süden nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen. Die Sorgen aus der Anwohnerschaft sowie der Landwirtschaft nehmen wir ernst.
Nicken wir Grünen inzwischen alles ab, was den Ausbau erneuerbarer Energien voranbringt? Diese Frage wurde von Kritiker*innen der geplanten PV-Anlage an den Kreisvorstand herangetragen und auch innerhalb unseres Kreisverbandes wird darüber lebhaft diskutiert. Wenn das wirklich der Fall wäre, hätten wir Grünen den Naturschutz aus unserer DNA gelöscht und für die Energieerzeugung geopfert. Die Antwort ist klar: Nein, Naturschutz und Energiewende gehören beide zu unseren Kernanliegen. Ein im Nordbayerischen Kurier veröffentlichter Leserbrief zeigt aber, dass dies deutlich kommuniziert werden muss.
Zustimmung zu einer transparenten Prüfung
Das Wichtigste vorweg: Die Fraktionsgemeinschaft von Grünen und Linken hat nicht dem Bau der Agri-PV-Anlage zugestimmt. Sie hat der Einleitung des Bebauungsplanverfahrens zugestimmt, also exakt dem Prozess, der es überhaupt erst ermöglicht, Bedenken strukturiert zu sammeln und transparent zu prüfen. Die Stadtverwaltung fordert in diesem Verfahren explizit die „Eingriffsminimierung, die Berücksichtigung von Umweltschutzbelangen sowie die gestalterische Integration“. Ohne diesen Prozess gäbe es diese Prüfung nicht. An ihrem Ende kann dadurch eben auch eine begründete Absage an den Bau stehen.
Gleichzeitig gilt es, die Fakten zur Anlage genau zu betrachten. Es geht auf den 8,3 Hektar nicht um eine klassische Freiflächen-PV. Wir sprechen hier von solarer Landwirtschaft. Es sind bewegliche Paneele geplant, die bei Bedarf komplett senkrecht gestellt werden können. Der Großteil der Fläche wäre weiterhin landwirtschaftlich nutzbar. Mehr noch, in Zeiten zunehmender Extremwetterereignisse können solche Anlagen Pflanzen und Böden aktiv vor Starkregen, Hagel und Austrocknung schützen.
Als basisdemokratische Partei nehmen wir Grünen die Sorgen vor Ort ernst. Bereits am 30. Juli ist unsere Fraktionsgemeinschaft der Einladung des Demeter-Landwirts Reinhold Berger zu einem Vor-Ort-Termin gefolgt. In dem ausführlichen Gespräch wurden Punkte vorgetragen, die von Fragen zur Bodenqualität bis hin zum Erhalt alter Drainagen reichten. Letztere dürfen laut Berger keinesfalls zerstört werden.
Diese Sorgen um den Boden müssen vollumfänglich und gutachterlich ausgeräumt werden. Von diesem Anspruch weichen wir Grünen nicht ab.

Diese Sorgen um den Boden müssen vollumfänglich und gutachterlich ausgeräumt werden. Von diesem Anspruch weichen wir Grünen nicht ab.
Partei, Fraktion und Bürger*innen im Dialog
Damit Klimaschutz und Naherholung im Bayreuther Süden nicht gegeneinander ausgespielt werden, behalten wir vom Kreisverband in dieser Debatte das große Ganze im Blick. Die wichtige Detailarbeit an den Planunterlagen übernehmen unsere im Stadtentwicklungsausschuss vertretenen Fraktionsmitglieder Ulf Boderius, Dr. Johanna Schmidtmann und Jannick Metz (Die Linke). Der Kreisverband wird gemeinsam mit der Fraktion das laufende Verfahren abwarten, alle Einwände sammeln und voraussichtlich schon im Herbst zu einer gemeinsamen Informations- und Diskussionsveranstaltung einladen.
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